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Zwiebeln / Steckzwiebeln

So baut man Zwiebeln an. Hier möchte ich 3 verschiedene Methoden erläutern:

Säzwiebeln, Steckzwiebeln und gepflanzte Säzwiebeln:

Zwiebeln wachsen im Vergleich zu den meisten Unkräutern sehr langsam.
Passt man vor allem am Anfang der Kultur nicht auf, gehen sie schnell im Unkraut (im Beikraut / in der Spontanvegetation / in der Ackerbegleitflora / im Urwald) verloren. Jäten und Hacken ist am Anfang wichtig.

Steckzwiebeln

Um die Konkurrenzfähigkeit gegen Unkräuter zu erhöhen, gibt es die Möglichkeit, kleine Zwiebeln (Steckzwiebeln) zu pflanzen. Durch die in der Knolle gespeicherte Kraft können Steckzwiebeln viel schneller und stärker austreiben, als Zwiebeln, die aus Samen wachsen.

Gesteckte  Zwiebeln sind durch den Wachstumsvorsprung außerdem schneller erntereif und werden größer als Säzwiebeln.

Herstellung von Steckzwiebeln (kleine Zwiebeln zum Pflanzen)

Zwiebeln sind zweijährige Pflanzen. Sie sammeln im ersten Jahr Kraft in ihrem Speicherorgan („Zwiebelknolle“) und stecken diese im folgenden Jahr in die Blüte. Eine sortenabhängige Mindestgröße und kühle Temperaturen  führen zur Blütenbildung. Man möchte bei der Steckzwiebelproduktion erreichen, dass die Pflanze in einen 3-jährigen Zyklus gezwungen wird. Deswegen dürfen Steckzwiebeln nicht zu groß wachsen, sonst blühen (schießen) sie sofort nach der Pflanzung im darauffolgenden Jahr. Zusätzlich lagert man sie nach der Ernte für 4 Wochen über 30 °C.

Die Herstellung von Steckzwiebeln erfolgt über Säzwiebeln. Diese werden spät ausgesät (Anfang Mai). Außerdem wird sehr dicht ausgesät (10 g Saatgut / m²). Es entwickelt sich ein enger Pflanzenbestand . So wird erreicht, dass die Steckzwiebeln klein bleiben. 

Durch die aufwendige Herstellung sind Steckzwiebeln nur noch im Hobbyanbau verbreitet. In der professionellen Zwiebelproduktion wäre dieses Verfahren zu teuer.

Gepflanzte Säzwiebeln (Jungpflanzenanzucht)

Im Bioanbau ist das Pflanzen von Zwiebeln üblich. Das ist ein Mittelweg zwischen schneller Entwicklung auf dem Feld und den Kosten für die Saatgut-/Pflanzgutproduktion. Pro Erdpresstopf (4x4cm) werden ca. 4-5 Körner gesät. 2-3 davon werden früh (unreif) als Lauchzwiebeln geerntet, sodass 1-2 Zwiebeln pro Topf sich größer entwickeln. Diese werden eingelagert.

Mehrere Zwiebeln auf einem Standort
Säzwiebeln (Direktsaat)

Man frägt sich im Supermarkt oft, warum konventionelle Zwiebeln so viel billiger sind als biologisch angebaute Zwiebeln. Das liegt an der Verwandtschaft im Pflanzenreich. Zwiebeln gehören zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Die „normalen“ Ackerunkräuter sind nicht mit ihnen verwandt. Deswegen gibt es sehr gut wirkende „selektive“ Herbizide auf dem Markt. Diese töten alle Pflanzen ab, außer den Zwiebeln.

So sehen Zwiebelkeimlinge aus.

Kulturdaten Säzwiebeln

Saattiefe: 2 cm
Abstand in der Reihe: 2 cm
Reihenabstand: 20-30 cm
Saatgutbedarf: 0,5 g/m²
Bodentemperatur: 15-20 °C
Aussaattermin/Pflanztermin: März
Erntetermin: August-September (Spätestens, wenn das Laub braun geworden ist.)

Pflanzt man Zwiebeln in Mischkultur mit Möhren, werden die Möhrenfliegen teilweise ferngehalten. Am besten aber, man macht einen Sud aus alten Zwiebeln und spritzt diesen zweiwöchig über die Möhren.

Zwiebel zur Saatgut Gewinnung im 2. Jahr: Die Samenstände können geerntet werden, sobald die Samen schwarz sind.
Ernte von Zwiebel Samen
Zwiebel Saatgut Ernte

Sonnenbrand an Gurken

Diese Gurken wurden zu früh in die pralle Sonne gepflanzt. Wie die menschliche Haut, so sind auch die Blätter der Pflanzen empfindlich gegen UV-Strahlen. Zieht man Pflanzen z.B. am Küchenfenster vor, sollte man darauf achten, dass sie langsam an vollen Sonnenschein gewöhnt werden, sonst können die Blätter pergamentartig verbrennen. Meistens genügt 1 halbschattiger Tag. Man pflanzt im Zweifelsfall also am besten bei heiter bis wolkigen oder regnerischen Wettervorhersagen. Die Jungpflanzen von professionellen Jungpflanzenbetrieben werden meistens mit Cabrio-Gewächshäusern abgehärtet. Dabei wird das Gewächshausdach zeitweise geöffnet, so dass die Pflanzen Wind, Wetter und UV-Strahlung ausgesetzt sind. Ist keine Wolke in Sicht, können Pflanzen auch 2-3 mal jeweils für etwa eine halbe bis eine Stunde sonnenbaden um fit für den Acker zu werden.

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